Dossenberger-Gymnasium Günzburg
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Dossenberger-Gymnasium Günzburg

 
In Wollishausen waren die Dossenbergers zu Hause, unweit der Abtei Oberschönenfeld. Der Vater war Maurermeister; als Zuerwerb war der Betrieb einer Mühle nötig. Die Söhne Joseph und Hans Adam traten in die Fußstapfen des Vaters: sie erlernten ebenfalls das Maurerhandwerk.
Gemeinsam errichteten die beiden Brüder 1747 im Heimatflecken Wollishausen die Ortskirche.
Die Wege der Brüder trennen sich bald; Hans Adam glückt mit Welden ein großer Wurf - den jüngeren Joseph zieht es vom "Staudengebiet" weg ins Kammeltal, in die Markgrafschaft Burgau.
Ein Jahr vor seiner festen Anstellung als Stiftsbaumeister in Wettenhausen (1752) gelingt ihm in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Hans Adam der erste eigenständige Bau: Hochwang.  Sicherlich ist dabei Dominikus Zimmermann mit seiner Frauenkirche von Günzburg im Spiel; typische, später immer wieder auftretende Bauformen Dossenbergers deuten sich jedoch schon hier an:
Walmdach, Ausrundung der Langhausecken, Langhausrisalit, Wandgliederung durch Pilaster, Auflagern der Flachdecke auf einer Hohlkehle, schließlich der gezackte und gekröpfte Chorbogen.
Schon wenige Jahre später konzipiert Dossenberger im Chor von Allerheiligen (1753-1755), im Rokoko-Juwel Hammerstetten (1762) und in der festlichen Pfarrkirche in Deisenhausen (1765 bis 1767) Kirchenräume von überregionaler Bedeutung.

"Rokoko-Juwel" Hammerstetten ,  Zeichnung aus: H.K.Koepf


Feinstes Rokoko schwingt und klingt in diesen luziden, stimmigen und stimmungsvollen "Gotteshäusern".  Architektur, Stuck und Gemälde stehen in einer in unserem Raum nie mehr auftauchenden Harmonie und Ausgewogenheit.
Dieser Rokoko-Glanz verblaßt aber schon bald - fast ohne Übergang - in den Kirchenbauten von Scheppach (1768) und Dischingen (1769-1771). Dossenberger öffnet sich dem neuen Zeitgeist:
Andere, frühklassizistische Bauformen bestimmen nun sein Schaffen.
Eine "vornehme Nüchternheit" prägt nun die Kirchenräume.
Dettingen(1769), Oberelchingen (1782) und Breitenthal (1785) sind die herausragenden Beispiele für die neue, an antiken Vorbildern orientierte Baugesinnung.
Joseph Dossenberger konzipierte über 40 Sakralbauten, errichtete fast 20 Pfarrhöfe und führte Profanbauten der verschiedensten Art aus. Unsere schwäbische Kulturlandschaft wurde im 18. Jahrhundert von ihm entscheidend mitgeprägt : seine Bauten geben ihr auch heute noch, nach über 200 Jahren, das besondere Gepräge.
 
   © Dossenberger-Gymnasium Günzburg.