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Interview mit dem Austauschschüler Rafael Aguitón

1. Wie heißt du, wie alt bist du und woher kommst du ?
Ich heiße Rafael Eduardo Aguitón Rodríguez und bin 18 Jahre alt. Ich komme aus der Stadt Barinas in Venezuela, das liegt im Norden Südamerikas. Meine Heimatstadt ist ungefähr so groß wie Ulm. In Venezuela gibt es sehr schöne Strände und bei uns befindet sich auch der höchste Wasserfall der Welt, der Salto Angel. Es gibt dort auch eine deutsche Kolonie in der Nähe von Caracas, der Hauptstadt von Venezuela.

2. Wie lange bist du schon in Günzburg und wo hast du schon überall gewohnt ?
Ich bin seit dem 7.September hier, der Austausch dauert insgesamt 11 Monate. Meine erste Gastfamilie hat mich in Burgau aufgenommen, die zweite in Günzburg und momentan wohne ich in Reisensburg; denn meine Austauschorganisation, der Rotary Club, sieht einen mehrmaligen Gastfamilienwechsel vor.

3. Wo warst du schon überall in Deutschland? Mit wem warst du dort und wie hat es dir gefallen ?
Ich war schon in ganz vielen Städten: Berlin, München, Freiburg, Wolfsburg, Hamburg, Köln, Augsburg, Ulm, Dresden, Leipzig, Detmold, Lindau, Oberstdorf, Garmisch, Nördlingen, Weimar, Bremen, Stuttgart, Frankfurt... Ich glaube das sind alle und für 8 Monate genug, oder? :) In fast allen diesen Städten war ich mit dem Rotary Club (meine Austauschorganisation), denn für uns Austauschschüler werden oft Städtereisen am Wochenende geplant. Ich habe auch schon eine Deutschlandtour in den Osterferien gemacht. Alle diese Städte haben mir sehr gut gefallen. Meine Lieblingsstädte sind Lindau, Köln, Bremen und natürlich Günzburg. Aber am allerbesten gefällt mir die Stadt Ulm, denn sie ist weder zu groß noch zu klein und außerdem sehr schön.

4. Wie findest du die deutsche Sprache? Ist es schwer, sie zu lernen ?
Man sagt "deutsche Sprache, schwere Sprache", das ist einfach so. Ich persönlich denke auch, dass es eine sehr schwierige Sprache ist. Obwohl ich Deutsch am Anfang komisch fand, habe ich irgendwann angefangen, es zu mögen. Zwar beherrsche ich es noch nicht so gut, aber inzwischen liebe ich diese Sprache. Aber ich finde, ein Jahr reicht nicht, um sie zu lernen.

5. Wie gefällt es dir die Schule in Deutschland ?
Ich finde das deutsche Schulsystem ganz gut, es ist schon ein bisschen schwieriger als das Venezuelanische. Die Schule in Günzburg gefällt mir sehr…na ja, ich brauche keine Noten und deswegen macht die Schule Spaß? :. Ich war schon in anderen Gymnasien hier in Deutschland und man muss sagen, dass das "Dossi" eine sehr schöne Schule ist.

6. Welches sind deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen der venezuelanischen und der deutschen Schule und den Schülern ?
Hmmh… in Venezuela gibt es nur einen Typ Schule, also nicht Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Deshalb ist die Schule dort wohl ein wenig einfacher. Denn es sind ganz verschiedene Schüler in der gleichen Klasse und so geht der Unterricht ein bisschen langsamer voran.

7. Du warst letztes Jahr auf dem Oktoberfest. Wie findest du die deutsche Art zu feiern ?
Die Deutschen sind einfach nicht so offen wie die Südamerikaner und ich habe mich auf der ersten Party hier in Deutschland sehr komisch gefühlt, weil die Feste in Venezuela ganz anders sind als hier. Dort tanzen und reden die Leute sehr viel. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, wie die Deutschen eigentlich feiern und das gefällt mir auch sehr. Das deutsche Bier ist gut und ich glaube es ist typisch für Deutschland. In Venezuela trinkt man nicht so viel davon und es ist auch nicht so stark.

8. Zum Schluss: Wie gefällt dir Deutschland allgemein und würdest du es nochmal besuchen ?
Ich liebe dieses Land und ich will am liebsten gar nicht nach Venezuela zurück gehen! Hier habe ich so viele neue Leute kennen gelernt und auch viele neue Sachen gemacht wie z.B. Skifahren, Schlittschuhlaufen, auf Fußballspiele gehen, Schnee sehen und noch viel mehr. In ein paar Jahren bekomme ich sicherlich Heimweh nach Deutschland und ich habe mir überlegt, nach meinem Studium in Venezuela eine Ausbildung hier in Deutschland zu machen. Es macht mich schon ein bisschen traurig, wenn ich daran denke, dass ich in drei Monaten nicht mehr hier sein werde, denn jetzt liebe ich nicht nur Venezuela, sondern auch Deutschland. :) Generell kann ich nur jedem sagen, dass ein Austausch ein tolles Erlebnis ist!

Gracias Rafael ! Danke Rafael ! (Das Interview führte die Spanisch-Schülerin Natalie Schmalz, Klasse 10b)

 
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