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Vivre Lannion ! - Gegenbesuch unserer Schülerinnen und Schüler in Lannion !

Donnerstag, 30. März 2006, früh am Morgen, zu früh für einige, fährt der geräumige Bus ab. Vor uns liegen 18 Stunden ...Schlafen, Musik hören, Filme sehen, Pausen ...und natürlich der Besuch im Schloss Versailles! Unter dem ständigen "Klick!" der Fotoapparate laufen wir recht zügig durch die vielen Zimmer mit wunderschönen Wandgemälden, über die Fr. Birner uns ausführliche Erklärungen gibt. Wir fahren weiter, langsam wird es dunkel und man ist aufgeregt. Wie wird man von der Gastfamilie wohl aufgenommen? Wird man noch etwas anderes sagen können als "Bonsoir" oder "Merci"? Wir kommen auf dem Parkplatz an und es beginnt eine panische Suche nach seiner Gastfamilie. Nach 1000 Küsschen, so scheint es, fährt man nach "Hause", wo man entweder sofort ins Bett geschickt wird oder man bis spät in die Nacht isst und sich kennen lernt. Am nächsten Morgen trifft man sich wieder, froh, die erste Nacht überstanden zu haben, ohne sich komplett zu blamieren. Wir werden vom Direktor und der Deutschlehrerin herzlich begrüßt und zu einem 2. Frühstück mit Führung und anschließendem Unterricht eingeladen. Der Nachmittag wird mit Bowling, Reiten, Strand oder Kino verbracht, wobei der Großteil der Mädchen erstmal (wie könnte es auch anders sein) die Läden unsicher macht. Einige sehen sich auch ein Kajakrafting zu traditioneller bretonischer Musik an. Das Wochenende verbringt jeder bei seiner Gastfamilie. Man geht Segeln, Bowlen, in Musikschulen, Kinos oder ins Hallenbad mit Meerwasser, wo zu großem Entsetzen Badekappenpflicht herrscht!!! Dazu kommt noch der 1. April, wobei man sich neben dem eigentlichen Aprilscherz die "poissons d'avril", also die Aprilfische überreicht. Am Montag steht der Besuch der Ile de Batz auf dem Plan. Die Deutschen und Franzosen singen unserem Geburtstagskind, dem Busfahrer, ein schrecklich schiefes Ständchen. Es ist großartiges Wetter. Wir erkunden die ruhige Insel und stecken unsere Füße in das eiskalte Meerwasser.

Als wir zurückkommen, werden wir erst einmal von unseren Gasteltern wegen des Sonnenbrands ausgelacht. Am Abend haben einige das Glück, in einer Crêperie Galettes und Cidre zu probieren. Am Tag darauf besuchen wir das "Océanopolis", ein Meeresmuseum, in dem wir uns schon mal die Tiere anschauen können, die dann am Abend auf der Speisekarte stehen.... Am Ende des ersten Pavillons wartete eine etwas andere Art von Streichelzoo auf uns. Die Schüler streichelten begeistert die Seeigel, -gurken und -sterne. Am Ende der Besichtigung konnte jeder auf dem Spielplatz seinem "inneren Kind" freien Lauf lassen, was die Lehrer unter verstohlenem Grinsen fotografierten. Mittwochs fuhren wir zur Rosa Granitküste, wo sich aufgrund der Eiseskälte und den Stürmen Lehrer und Schüler mit Jacken, Schals und Mützen vermummten. Der fröhliche französische Lehrer erzählte uns alles Wissenswerte, was uns Frau Gollmitzer übersetzte. Jedoch wurden die meisten Worte "Vom Winde verweht"! Am Nachmittag ging es ins "Village Gaulois", einem kleinen, nachgebauten gallischen Dorf. Unser Führer erzählte uns alles von Asterix und Obelix, den keltischen Bräuchen, Erfindungen, Häuserarten bis hin zu dem zweiten Zweck des Museums, nämlich die finanzielle Unterstützung eines Dorfes in Afrika. Am Abend wurden wir von der Hauptsekretärin des Bürgermeisters mit einer Rede und einem Snack-Buffet empfangen. Der letzte Tag brach an und wir wurden mit je einem Blatt Papier und den Worten: "Viel Glück und vor allem Mut!!!" alleingelassen. Die Stadtrallye begann! Es war außerdem Markttag und das ständige Gedränge vereinfachte die Sache nicht gerade, machte sie aber zweifellos interessanter. Der Duft des frischen Gebäcks hinderte so manchen am Lösen des französischen Fragebogens. Den freien Nachmittag verbrachte man entweder mit Kofferpacken, einem Spaziergang oder in der Sonne dösen. Schließlich kam der gefürchtete Abschied. Alle versammelten sich auf dem Parkplatz und es flossen nicht wenige Tränen. Was wir nicht ahnten war das überraschende Highlight, das auf uns wartete: Eine Lichterfahrt durch Paris! Sämtliche Sehenswürdigkeiten wurden angestrahlt und unser Busfahrer erklärte uns alles. Trotz großer Müdigkeit wurden von uns die Fotoapparate gezückt. Alles in allem wissen wir jetzt, was für ein nettes, offenes und lustiges Völkchen die Franzosen sind. Außerdem sind wir froh , dass wir am Austausch teilnehmen durften.

Anna Baumann, Sandra Weinbach

 
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