Latein

romulus_remus

Romulus und Remus waren nach der römischen Mythologie die Gründer der Stadt Rom (zu Romulus) im Jahre 753 v. Chr. Sie waren nach der Sage die Kinder des Gottes Mars und der Priesterin Rhea Silvia.

Zehn Gründe für das Erlernen der Lateinischen Sprache

1. Latein fordert und fördert

Ja, Latein ist ein anspruchsvolles Fach. Aber spricht das gegen Latein? Nein, im Gegenteil: Latein ist eine Basissprache, die das Fundament für grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten legt, die die gymnasiale Ausbildung im Allgemeinen von den Schülern verlangt.

2. Denkschule

Entwicklungspsychologen haben festgestellt, dass sich bei Kindern der Übergang vom konkreten zum formalen Denken zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr vollzieht. Vor allem Latein als erste Fremdsprache kommt dem sehr entgegen. Gerade auch weil sich die Lerninhalte heute so schnell verändern, ist es besonders nützlich, analytisches und problemlösendes Denken zu trainieren. So wichtig die neuen Medien sind, die eigentliche geistige Arbeit beginnt dort, wo “heruntergeladene” Texte kritisch beurteilt werden sollen.

3. Deutsche Sprache

Durch das Lernen lateinischer Vokabeln erweitern die Schüler ihren deutschen Wortschatz beträchtlich. Auch wird häufig erst durch das Fach Latein die deutsche Grammatik gründlich gelernt. Zudem werden die Ausdrucksfähigkeit gefördert und die Lesefähigkeit verbessert. Jede Lateinstunde ist auch eine Deutschstunde.

4. Rhetorik

Der Latein Lernende denkt über Sprache nach. Durch die Beschäftigung mit der bewusst rhetorisch gestalteten antiken Literatur werden die Jugendlichen in die Lage versetzt, Stilmittel und Rhetorik zu erkennen, selbst zu verwenden und auch gegen Überredungs- und Täuschungsstrategien gewappneter zu sein.

5. Basissprache

Latein ist die Muttersprache vieler europäischer Sprachen (Italienisch, Spanisch Französisch, Rumänisch, Portugiesisch usw.) und ermöglicht deren raschen Erwerb. Auch im englischen Wortschatz hat ein sehr großer Anteil der Wörter einen lateinischen Ursprung. Erwin Wolff, Professor für Englisch, antwortete auf die Frage, warum er für Latein als erste Fremdsprache plädiert: „Der Fortschritt und die Zukunft der europäischen Union macht es noch dringlicher, dass wir uns der gemeinsamen Wurzeln bewusst werden und bleiben. Da fängt man im Unterricht am besten nicht mit einem oberen Ast des Baumes (Englisch), sondern mit der Wurzel (Latein) an.“ Das Lateinische liefert darüber hinaus eine auf alle anderen Sprachen anwendbare Elementargrammatik und fördert so Sprachbewusstsein.

6. Wissenschaftssprache

Latein hat, wie der hohe Anteil der lateinischen Fremdwörter zeigt, die internationalen Fachsprachen stark beeinflusst, z.B. Globalisierung, multikulturell, Tradition, Transplantation usw.

7. Schlüsselqualifikationen

Zu diesen gehören Ausdauer, Genauigkeit im Detail, das Gefühl für Strukturen, die Fähigkeit, sich Neues und Fremdes anzueignen und seine Entdeckungen in klarer Sprache und gedanklicher Gliederung auszudrücken; all dies sind Qualitäten, für die Menschen in Führungspositionen ehemalige Lateinschüler schätzen.

8. Grundlagen unserer Europäischen Kultur

Zu unserer abendländischen Kultur gehören Philosophie, Geschichte, Kunst, Religion, Politik und Literatur des römischen Antike. Daher pflegen wir unsere geistig – kulturellen Wurzeln, wenn wir uns mit der lateinischen Sprache befassen. Es ist ein unverzichtbarer Akt kultureller Selbsterfahrung, sein Erbe kennen zu lernen, zu pflegen und weiterzugeben. Zum Verständnis moderner Literatur, Theater und Oper sind Kenntnisse antiker Mythologie oft Voraussetzung.

9. Latein macht Freude

Schülerinnen und Schüler haben oft – besonders mit Latein als erster Fremdsprache- Freude an den Inhalten des lateinischen Kulturguts. Neuheit und Fremdheit des Lateinischen sind für sie attraktiv. Nicht umsonst sind die Zaubersprüche bei Harry Potter der lateinischen Sprache entnommen.

10. Bedeutung der lateinischen Sprache für ein Universitätsstudium

Der Lateinunterricht bereitet allgemein und speziell auf das Universitätsstudium vor. Für nahezu alle Studiengänge sind die in Latein erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten eine gute, hilfreiche Voraussetzung. Sprach- und Textverständnis, Sprachgefühl, Genauigkeit im Detail, Kritikfähigkeit und Urteilskraft, logisches Denkvermögen und ein Gespür für treffende Formulierungen sind Qualitäten, die nicht nur in den Geisteswissenschaften förderlich und nötig sind.
Wer Latein kann, arbeitet sich schnell in die Fachsprache der von ihm studierten Disziplin (z. B. Medizin, Pharmazie, Rechtswissenschaft) ein, er kann ihre Begriffe vom Lateinischen her erschließen und sich leichter merken.
Lateinkenntnisse sind für das Studium spezieller (zumeist geisteswissenschaftlicher) Fächer auch formal eine unbedingt nötige Voraussetzung. Die konkreten Zulassungsbedingungen sind unterschiedlich und werden (gerade auch bezüglich Promotionsabschlüssen) von der jeweiligen Universität festgesetzt; Einzelheiten kann man bei den Prüfungsämtern der Universitäten bzw. schon auf der jeweiligen Homepage erfahren.

P. Mahler, Fachbetreuerin